Solarcarport: Die clevere Kombination aus Schutz und Stromerzeugung
Du nutzt dein Car- oder Garagendach nicht? Dann verschenkst du wertvolle Fläche für deine persönliche Energiewende! Ein sogenanntes Solarcarport oder eine Solargarage kombiniert den Schutz für dein Fahrzeug mit der Möglichkeit, deinen eigenen, umweltfreundlichen Solarstrom zu erzeugen. Dabei gibt es zwei grundlegende Ansätze, wie du Solarenergie auf dem Car- oder Garagendach nutzen kannst:
Solarcarport: Das Balkonkraftwerk auf dem Car-/Garagendach
Die einfachste und oft schnellste Lösung ist die Installation eines Balkonkraftwerks auf einem Flachdach. Was du dazu wissen musst:
- Einfache Montage: Viele Balkonkraftwerke, insbesondere die für Flachdächer konzipierten Systeme (oft mit Aufständerung), lassen sich relativ unkompliziert und ohne große Eingriffe in die Konstruktion montieren.
- Optimale Ausrichtung: Flachdächer erlauben es dir, die Solarmodule mithilfe einer Aufständerung optimal nach Süden auszurichten und den idealen Neigungswinkel (etwa 30 bis 35 Grad) einzustellen. Das maximiert deinen Ertrag.
- Statik-Check: Unbedingt musst du vor der Montage die Tragfähigkeit deines Carports oder Garagendaches prüfen lassen. Auch wenn Balkonkraftwerke leicht sind, muss die Konstruktion das zusätzliche Gewicht (inkl. Wind- und Schneelasten) sicher tragen können.
- Anschluss: Der Anschluss erfolgt in der Regel über eine handelsübliche Steckdose (Schuko oder Wieland), sofern die Anlage die maximal zulässige Leistung (aktuell 600 Watt – bald 800 Watt) nicht überschreitet. Achte auf ein ausreichend langes Anschlusskabel bis zur nächsten Steckdose am Hausnetz.
Das komplette Solarcarport / die Solargarage
Hierbei handelt es sich meist um eine größere, fest installierte Photovoltaikanlage, die entweder Teil der Carporterrichtung ist oder eine massive Nachrüstung darstellt.
Unterschiede zum Balkonkraftwerk:
Merkmal | Balkonkraftwerk auf Carport/Garage | "Echtes" Solarcarport (PV-Anlage) |
Leistung | Begrenzt (aktuell max. 600 Watt Wechselrichterleistung) | Höhere Leistung (bis zu mehreren kWp) möglich |
Montage | Meist einfach, "Plug & Play", oft selbstinstallierbar | Komplexe Installation, erfordert in der Regel eine Elektrofachkraft |
Genehmigung | Anmeldung beim Netzbetreiber und Marktstammdatenregister (vereinfacht) | Anmeldung beim Netzbetreiber und Marktstammdatenregister, kann eine Einspeisevergütung erhalten |
Bauamt | Oft keine zusätzliche Baugenehmigung erforderlich (solange der Carport/die Garage selbst genehmigt ist) | Kann eine zusätzliche Baugenehmigung erfordern (siehe Abschnitt "Rechtliche Aspekte") |
Eigenverbrauch | Strom wird direkt im Haushalt genutzt | Strom kann im Haushalt genutzt, in Speicher geladen oder gegen Vergütung eingespeist werden |
Vorteile der Nutzung als Solarcarport
Egal, ob du dich für ein Balkonkraftwerk oder eine größere PV-Anlage entscheidest: Die Nutzung deines Carports oder deiner Garage als "Kraftwerk" bietet dir klare Vorteile:
- Platzersparnis: Du nutzt eine bereits versiegelte oder vorhandene Fläche sinnvoll und benötigst keine zusätzliche Freifläche im Garten.
- Optimale Ausrichtung: Besonders Flachdächer erlauben dir durch Aufständerung eine perfekte Ausrichtung zur Sonne.
- Lademöglichkeit für E-Autos: Die Kombination mit einer Wallbox für dein Elektroauto ist ideal. Du tankst dein Auto mit selbst erzeugtem, günstigem und grünem Strom.
- Steigerung des Eigenverbrauchs: Der erzeugte Strom kann direkt im Haushalt verbraucht werden, was deine Stromrechnung reduziert. Ein Stromspeicher ist optional nachrüstbar.
Rechtliche Aspekte und Genehmigungen
Hier wird es etwas komplexer, denn die Anforderungen unterscheiden sich zwischen dem Bauamt und den Vorgaben für die Stromeinspeisung:
- Baugenehmigung für das Bauwerk (Carport/Garage):
- Der Bau eines Carports oder einer Garage ist grundsätzlich baugenehmigungspflichtig.
- Ausnahmen gibt es in vielen Bundesländern für Bauwerke bis zu einer bestimmten Größe (oft 30 m² bis 50 m² Grundfläche und einer bestimmten Höhe).
- Achte darauf: Diese Regelungen sind Ländersache und können sogar von Gemeinde zu Gemeinde variieren. Erkundige dich unbedingt beim zuständigen Bauamt, ob dein Vorhaben genehmigungsfrei ist und welche Abstandsflächen du einhalten musst.
- Wichtig: Die PV-Anlage selbst ändert in der Regel nichts an der Baugenehmigungspflicht für das Carport, aber du musst die Statik (Tragfähigkeit) nachweisen.
- Anmeldung der Solaranlage (Balkonkraftwerk / PV-Anlage):
- Balkonkraftwerke müssen beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur angemeldet werden. (Aktuell meist als vereinfachtes Verfahren).
- Größere PV-Anlagen (echte Solarcarports) erfordern ebenfalls die Anmeldung und gegebenenfalls eine Abnahme durch einen Elektriker.
Tipp: Hole dir vor der Planung des Solarcarports oder der Montage eines Balkonkraftwerks auf dein vorhandenes Dach unbedingt Informationen bei deinem Bauamt und deinem Netzbetreiber ein, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein.
Quellen und weiterführende Informationen
- Priwatt: Balkonkraftwerk auf Carport: Solar clever nutzen.
- Energie-Experten.org: Solarcarport: Aufbau, Preise & Anbieter im Vergleich.
- PV Magazine: Baugenehmigungspflicht? Ob Carport oder Solarcarport – prinzipiell genehmigungspflichtig, aber nicht immer erforderlich!
- Home&Smart: Mini-Solaranlage für Carport & Garage im Check.
- Bauen.de: Solarcarport: Kosten, Einschränkungen, Baurecht.
